Eltern als gutes Vorbild für ihre Kinder

Eltern als Vorbild

Unter Experten unstrittig: Die große Bedeutung, die dem Essverhalten in der Familie  zukommt. Vielerorts kommt man immer seltener zu den Mahlzeiten zusammen – dabei sind die Vorteile des gemeinsamen Essens nicht hoch genug einzuschätzen.

Vorbild Familie

Ein beklagenswerter Trend in der Bundesrepublik besagt, dass Kinder immer häufiger sich selbst überlassen sind, wenn es ums Essen geht. Gemeinsame Mahlzeiten werden immer seltener, die Folgen sind teils verheerend. Natürlich ist es nicht allen Familien gleichermaßen möglich, bei jeder Gelegenheit zusammen zu essen. Wenn der Alltag oder der Job zu turbulent und zeitintensiv sind,  oder ein Elternteil alleinerziehend ist, wird es schwierig. Und dennoch lohnt es sich, jede Möglichkeit zu nutzen, um sich am Esstisch zu versammeln. Die Vorteile sind vielfältig:

Das gute Beispiel:

 Wenn man gemeinsam zu Tisch sitzt, haben Eltern die Gelegenheit, das gute Beispiel unmittelbar vorzuleben. Indem sie demonstrativ zeigen, dass gesunde Speisen wie Gemüse oder Obst mit Genuss verzehrt werden können, sind sie das beste Vorbild für den Nachwuchs. In der Familie entwickeln die Kleinen Zu- und Abneigungen gegenüber bestimmten Speisen. Es kommt also auch darauf an, dass Mama und Papa glaubhaft den Eindruck vermitteln, dass Spargel oder Spinat und eben nicht nur Süßigkeiten wirklich lecker schmecken. Hilfreich ist es, wenn die aufgetischten Speisen mit einer Mischung aus Regelmäßigkeit und Abwechslung ausgewählt werden. So lernen die Kinder einerseits immer wieder etwas Neues kennen, können aber auch bestimmten – möglicherweise schon einmal verschmähten – Lebensmitteln eine weitere Chance geben.   

Gegen Übergewicht:

 Es ist inzwischen allgemein bekannt, dass immer mehr Kinder in Deutschland unter Übergewicht leiden. Auch hier spielt es eine wesentliche Rolle, dass viele von ihnen (zu) oft  alleine essen muss. Gemeinsames Essen bedeutet meist auch, dass noch „richtig“ gekocht wird. Kinder, die für ihre Mahlzeiten mehr oder weniger selbst verantwortlich sind, haben dafür häufiger Fast Food oder Fertiggerichte mit ungesünderen Zutaten auf dem Teller. Zugleich bleiben Regelmäßigkeit und Verlässlichkeit, für den Nachwuchs eigentlich unentbehrliche Faktoren, auf der Strecke. Die Folge ist, dass Kinder zu völlig willkürlichen Zeiten Lebensmittel in sich rein stopfen, die so gut wie nie den Ansprüchen gesunder Ernährung gerecht werden – falsches Essen zu falschen Zeiten.  

Soziale Funktion:

 Besonders wichtig bei den gemeinsamen Familienmahlzeiten ist die soziale Komponente. Hier gehen die Entwicklung von Ernährungs- und Sozialverhalten Hand in Hand. Kinder, die es gewohnt sind, etwa vor dem laufenden Fernseher zu essen, verschlingen ihre Mahlzeiten beinahe beiläufig und verlieren somit das Bewusstsein für die Bedeutung ihrer Ernährung. In Familien, die sich zum Essen gemeinsam an den Tisch setzen und Ablenkungsfaktoren wie TV oder Radio ausschließen, wird auch in einem gesünderen Rhythmus gespeist. Man unterhält sich und wartet, bis auch der Letzte seinen Teller geleert hat. Eltern und Nachwuchs haben so die Gelegenheit, von ihrem Tag zu erzählen, von Schule, Arbeit oder Verabredungen. Auf diese Weise wird die Kommunikation innerhalb der Familie belebt, die gemeinsame Mahlzeit bleibt oder wird ein fixer Punkt im familiären Zusammenleben und unterstreicht zugleich Wert und Bedeutung des Essens an sich.  

Fazit

Gemeinsame Mahlzeiten tragen dazu bei, dass die  Lebensmittel mit mehr Sorgfalt ausgewählt werden und somit der Gesundheit aller Familienmitglieder zum Vorteil gereichen. Kinder erfahren außerdem Konstanz und damit auch eine gewisse Sicherheit. Ihr Bewusstsein für die Tatsache, dass Essen keinen Akt der Beliebigkeit darstellt und dass gesunde Ernährung ein entscheidender Faktor für unser aller Leben ist, wird auf diese Weise nachhaltig geschärft.