Fett und Zucker sind einerseits notwendig und zugleich mit Vorsicht und vor allem in Maßen zu genießen. Sie können auch viel Schaden anrichten...
Fett in Grenzen...
Für die meisten hat der Begriff Fett nicht zu Unrecht eine negative Konnotation. Fettes Essen zum Beispiel macht fette Menschen. Im Grunde ist das in aller Zugespitztheit durchaus richtig. Dennoch ist eine insgesamt differenziertere Betrachtungsweise angebracht, denn Fett hat und erfüllt in der richtigen Dosierung einen wichtigen Zweck für den menschlichen Körper.
Das Gute an Fett ist:
...dass es einer der Hauptnährstoffe und –energielieferanten für den Körper ist. Wichtig ist hierbei, zwischen den so genannten gesättigten und ungesättigten Fettsäuren zu unterscheiden. Erstere werden als Speicherfett verwendet und sollten weitgehend gemieden werden. Ungesättigte Fettsäuren dienen als Baufett und werden nicht vom Körper selbst hergestellt. Da sie aber für die Hülle der Körperzellen und die Enzwicklung des Gehirns gebraucht werden, müssen sie über die Nahrung zugeführt werden. Diese lebensnotwendigen Fettsäuren finden sich beispielsweise in kaltgepressten nativen Pflanzenölen, Nüssen oder bestimmten Fischsorten (u.a. Lachs, Hering, Makrele).
Das Schlechte an Fett ist:
...dass es unter Umständen gesundheitsschädigend sein kann. Gesättigte Fettsäuren sind verantwortlich für den Anstieg des Cholesterinspiegels. Viele Kinder konsumieren einen beträchtlichen Teil der Fette durch den Verzehr von Wurst, Käse, Schokolade oder Süßigkeiten. Eine solche Ernährung führt zwangsläufig zu Übergewicht und stellt in späteren Jahren ein großes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen dar. Die gefährlichen versteckten Fette kann man einsparen, indem man Kindern fettarme Wurst- und Käsesorten vorsetzt, außerdem nur selten Süßigkeiten, Snacks oder Kuchen serviert.
Empfohlener Konsum:
Im Idealfall rekrutieren sich ein Drittel der konsumierten Fette aus tierischer und zwei Drittel aus pflanzlicher Quelle. Die für Kinder empfohlene Menge beläuft sich auf zwischen 25 und 35 Gramm am Tag. Als Brotaufstrich bieten sich Butter oder Margarine mit hohem Anteil an ungesättigten Fettsäuren (Sonnenblumen- oder Pflanzenmargarine) an. Als gesunde und fettarme Alternative kann man Kindern gelegentlich Quark anbieten. Zum Kochen und Braten sollten überwiegend Pflanzenöle verwendet werden. Auch sollte man darauf achten, dass die verwendeten Fette nicht zu sehr erhitzt werden, da sie im Körper oxidieren und Zellen schädigen können.
Tipp: Sie können den Konsum ungesunder Fette automatisch senken, indem Sie selbst zubereitetes Essen gegenüber Fertigprodukten den Vorzug geben.
...und Zucker erst recht
Kinder lieben Süßes – damit auch Zucker. Diese Feststellung an sich hat kaum Nachrichtenwert. Es ist also die Aufgabe der Eltern als „Ernährungspädagogen“, ihrem Nachwuchs keine Fixierung auf Süßes anzuerziehen und Zucker von Beginn an sparsam zu verwenden.
Das Gute an Zucker ist:
...dass auch er Energie liefert. Jedoch gilt dieser Vorteil nicht ohne Einschränkung. Generell hilft ein süßer Geschmack dabei, Kindern bestimmte Speisen näher zu bringen. Allerdings sollte dieser Weg nicht durch die übermäßige Verwendung von Zucker oder Süßstoff beschritten werden.
Das Schlechte an Zucker ist:
...dass er, wenn er im zu hohen Maße verzehrt wird, diverse Risiken für die Gesundheit birgt. Ausnahmslos alle Zuckerarten sind Hauptursache für die Entstehung von Karies. Alleine schon deshalb sollte man Kindern nur wenig Zucker oder gezuckerte Nahrung geben. Eltern wissen, dass in Schokolade, Bonbons oder süßem Gebäck sehr viel Zucker enthalten ist und viele von ihnen handeln dementsprechend. Zugleich wird der versteckte Zucker in Fruchtsäften, Brotaufstrichen, Fruchtjoghurts und Trockenobst oft vergessen.
Egal, ob Haushalts- oder Rohrzucker, ob in Honig oder in Sirup enthalten, die „Zuckerwirkung“ bleibt die gleiche.
Wie bereits oben angedeutet, ist Zucker auch als Energielieferant nicht ohne Tücken. Der Stoff kann vom menschlichen Körper nicht optimal verarbeitet werden, daher ist der durch stark gezuckerte Speisen ausgelöste Energieschub nie von langer Dauer und kann sich sogar ins Gegenteil, ein Gefühl der Ermüdung und Ausgebranntheit verkehren. Außerdem kann übermäßiger Zuckergenuss sogar Mangelerscheinungen verursachen: Bei seiner Herstellung wird Zucker von allen weiteren Bestandteilen der genutzten Pflanze isoliert. Damit bleiben weitere wichtige Stoffe und Spurenelemente außen vor. Dies kann letztlich zu einem Mangel an Kalzium, Vitaminen und Spurenelementen führen.
Die vielen unter Übergewicht leidenden Menschen und die verbreitete Zuckerkrankheit in unserer Gesellschaft sind Beleg dafür, dass Zucker vom Körper nicht ohne weiteres verarbeitet wird und daher mit Vorsicht zu genießen ist.
Empfohlener Konsum:
Gerade Kindern sollten sehr zuckerhaltige Produkte wie etwa fertige Fruchtjoghurts und Puddingdesserts, Eiscreme oder süße Getränke nur selten oder gar nicht serviert werden. Alternativen bieten etwa Vollkornkekse oder kaum gesüßte Naturjoghurts, die man durch die Zugabe von frischem Obst zu einem süßen Vergnügen für die Kleinen machen kann. Auch mit der Verwendung von Süßstoff sollten Eltern vorsichtig umgehen. Durch zu häufigen Verzehr werden Kinder an allzu süßen Geschmack gewöhnt – bei der Vermittlung von guten Ernährungsgewohnheiten wäre das jedoch wenig hilfreich.





