Kind und Gemüseteller

Gemüse als Verhandlungsgegenstand

Wenn es sich als besonders schwer erweist, Kinder zum Verzehr gesunder Lebensmittel zu bewegen, verhalten sich manche Eltern schon mal wie verzweifelte Diplomaten. Der Drang ihrer Kinder nach Süßem kann in Kombination mit der Abneigung gegenüber anderen Speisen zu fragwürdigen Deals führen – etwa: Wenn Du Dein Möhrengemüse aufisst, gibt’s danach einen Vanillepudding...

Teufelskreis umgehen

Es ist absolut nachvollziehbar, warum Eltern in hartnäckigen Auseinandersetzungen mit bockigen kleinen Essern solche Kuhhandelsabkommen anbieten. Allerdings dürfen diese Abläufe nicht zur Regel werden – denn das führt einerseits dazu, dass auf jede gesunde Mahlzeit auch zwangsläufig eine „Sünde“ folgt, außerdem, und das ist noch schlimmer, wird dem Kind so der mitunter bleibende Eindruck vermittelt, dass Gemüse und Co gar nicht zu genießen seien. Der Nachwuchs empfindet dann den Verzehr von Gurke oder Brokkoli als Zwang, den man bestenfalls dazu nutzen kann, sich wenigstens im Tausch auch etwas Süßes zu ergaunern. Eine solche „Ernährungsmoral“ wird sich jedoch mit der Zeit rächen und der Gesundheit Ihres Kindes abträglich sein, Außerdem sollten Sie als Eltern sich nicht in ein solches Abhängigkeitsverhältnis drängen lassen, sondern die Oberhand behalten. Wenn Sie Ihr Kind für unterschiedliche und zugleich gesunde Geschmäcker begeistern wollen, kommen Sie dabei meistens nicht ohne Geduld und etwas Kreativität aus. Doch diesen Aufwand zu betreiben ist allemal besser, als um jede Erbse feilschen und für jede Portion Bohnen einen Schokoriegel rausrücken zu müssen.