Milchnahrung nach der Muttermilch

Milchnahrung

Aufgrund verschiedener Ursachen können oder wollen manche Mütter ihr Kind nicht stillen. Tritt dieser Fall ein, ist es wichtig, sich in Sachen Milchnahrung vor dem Kauf zunächst gut zu informieren.

Am Anfang... Pre-Milch

...steht die Anfangsmilch. Damit wird die Nahrung bezeichnet, die dem Säugling in den ersten sechs Lebensmonaten an Stelle der Muttermilch oder zur Zufütterung gegeben werden kann. Bei der Anfangsmilch wird zwischen Pre- und 1er-Milch unterschieden. Die sogenannte Pre-Milch ist, was ihre Konsistenz und das enthaltene Eiweiß betrifft, der Muttermilch am ähnlichsten und wird von Experten unbedingt empfohlen. Sie enthält an Zucker ausschließlich Laktose (Milchzucker). Andere Kohlenhydrate sind in der Pre-Babymilch verboten. Die Menge und die Trinkzeit richten sich wie beim Stillen von der Brust nach den Bedürfnissen des Säuglings.

1-er-Milch

Bei 1-er-Milch ist Aufmerksamkeit geboten: Einige dieser Pulvernahrungen enthalten neben Milchzucker und Stärke noch weitere Kohlenhydrate, die aber für die Nährstoffversorgung des Babys überflüssig sind. Außerdem können Säuglinge mit diesen Produkten überfüttert werden, weshalb die Eltern auf das Gewicht ihres Kindes achten sollten.

Grundsätzlich gilt, dass Babys Säuglingsanfangsnahrung mit den Bezeichnungen „Pre“ oder „1“ während des gesamten ersten Lebensjahres zu sich nehmen können. Diese Produkte eignen sich sowohl als Muttermilchersatz in den ersten 4 bis 6  Lebensmonaten und anschließend als zusätzliche Milchmahlzeit zur Beikost. In den ersten zwölf Lebensmonaten braucht Ihr Baby keine andere Säuglingsmilchnahrung!

Notwendige Folge?

Sinn und Zweck der Folgemilch sind umstritten. Allgemein gilt der Wechsel zur Folgemilch als nicht notwendig. Manche Experten glauben sogar, dass dadurch der Übergang zur ausgewogenen Familienkost verzögert wird. Wer dennoch auf Folgemilch setzen möchte und nach einem Indikator für deren Verwendung sucht, kann darauf achten, wie satt und zufrieden das Baby nach dem Trinken aus der Flasche wirkt. Folgemilch ist sämiger, bleibt aufgrund ihrer Zusammensetzung (Kohlehydrate, Stärke, Eiweiß und eine höhere Eisenmenge als in der Anfangsmilch) länger im Magen und ist somit sehr sättigend. Mit einem Durchschnitt von etwa 60-70 kcal pro 100 ml liegt die Kalorienzahl der Folgemilch nur leicht über dem Wert der 1er-Milch. Vielen gilt die 2er-Milch nicht ganz zu Unrecht als potentieller Dickmacher. Andererseits sorgt das länger vorhaltende Sättigungsgefühl für seltenere Fütterungen und muss daher nicht zwingend diesen Effekt zeitigen. 2er-Milch sollte dem Baby nicht vor dem siebten Monat gegeben werden, da sie durch den höheren Eiweißgehalt sonst die Nieren zu stark belastet. 3er-Milch (auch Kindermilch oder Juniormilchnahrung genannt) kann das Baby ab dem zehnten Lebensmonat zu sich nehmen. Ferner sind auch nach dem ersten Geburtstag des Kindes zwei tägliche Milchportionen wichtig. Besonders gut geeignet ist hier Kindermilch mit prebiotischen Ballaststoffen, da sie genau auf die Bedürfnisse eines Kleinkindes abgestimmt ist.

Hypoallergene Milch

Sind ein oder beide Elternteile Allergiker, sollte ihr Nachwuchs allergenarme Anfangsnahrung erhalten. Auf diese Weise steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die Entwicklung einer Allergie verhindern oder zumindest hinausgezögert werden kann. Die entsprechenden Milchpulver unterscheiden sich von den sonst gängigen Produkten nur durch die Beschaffenheit der Eiweiße. Bei den hypoallergenen Produkten (HA-Nahrung), sind die Eiweiße in Bruchstücke aufgespalten und wirken dadurch sie weniger allergen. Reagiert das Baby jedoch bereits allergisch auf Kuhmilcheiweiß, können selbst HA-Nahrungen eine Allergie auslösen. Dann bleiben als „Ultima Ratio“ nur noch hochgradig hydrolysierte Produkte, bei denen die Eiweißbestandteile so weit aufgespalten sind, das sie nicht mehr allergieauslösend wirken. Das verleiht der Milch einen äußerst bitteren Geschmack, sodass Säuglinge diese Nahrung häufig erst einmal verschmähen. Wer auf ein stark hydrolisiertes Produkt zurückgreifen muss, sollte das Milchpulver mit dem höchsten Calciumgehalt auswählen.