Kind spielt mit Zusatzstoff

Zusatzstoffe

Lebensmittelzusatzstoffe sind in ihren gesundheitlichen Auswirkungen – gelinde gesagt – umstritten. Meistens sind sie außerdem in Speisen zu finden, die insbesondere Kinder ohnehin nur in Maßen konsumieren sollten.

Zusatzstoffe: EU-Alarm

Eine Studie der Europäischen Union belegt, dass viele Kinder mit ihrer täglichen Kost weit höhere Mengen an Lebensmittelzusatzstoffen zu sich nehmen, als es gesundheitlich unbedenklich wäre. Zusatzstoffe finden wir in vielen Alltagsprodukten wie Käse, Wurst, Weissbrot, Süßigkeiten, Kuchen und Eis – allesamt Lebensmittel, die den Ernährungsplan eines Kindes ohnehin noch weniger bestimmen sollten als den eines Erwachsenen.

Zusätzlich = lediglich überflüssig oder auch gefährlich?

Die möglichen gesundheitlichen Nachteile, die durch Lebensmittelzusätze entstehen können, lassen sich am Beispiel von Phosphaten veranschaulichen: Als E 338 bis E 341 und E 450 bis E 452 stecken sie unter anderem in Back- und Süßwaren, Wurst, Schmelzkäse, Milchspeisen und Cola. Davon abgesehen, dass diese Beispiele im unterschiedlichen Maße Ausnahmeerscheinungen auf der täglichen Speisekarte sein sollten, ist der lebenswichtige Mineralstoff Phosphat ausreichend in natürlichen Lebensmitteln vorhanden. Sein Anteil an vielen Fertigprodukten treibt die Zufuhr in unnatürliche Höhen, was wiederum den Kalziumhaushalt stören kann. Poröse Knochen sind schlimmstenfalls die Folge. Experten vermuten außerdem einen Zusammenhang zwischen übermäßiger Phosphatzufuhr und Hyperaktivität bei Kindern. Auch wenn es hierzu keine sicheren Belege gibt, empfiehlt es sich generell, stark mit Zusatzstoffen veränderte Nahrung weitgehend zu meiden. Eltern sollten allerdings die Augen offen halten, denn nicht immer sind nur die Lebensmittel betroffen, bei denen es offensichtlich erscheint. Trockenfrüchte etwa werden nicht selten mit Schwefeldioxid (E220) behandelt. Hierauf sollten Sie achten, denn dieser eigentlich gesunde Snack ist auch ohne den Zusatz von Schwefel, der beispielsweise Kopfschmerzen verursachen kann, erhältlich.

Grundsätzlich gilt, dass in möglichst wenig verarbeiteten Speisen umso weniger Lebensmittelzusatzstoffe enthalten sind. Unbehandelte Lebensmittel wie Obst, Gemüse, Mehl, Zucker, Eier und Fleisch enthalten keine Zusatzstoffe, Fertigprodukte hingegen viele. Betrachtet man es positiv, so kommt diese Tatsache dem von GesundWachsen empfohlenen Ernährungsprinzip weit entgegen.

Zusatzstoffe und Bio-Lebensmittel

Zu den Zusatzstoffen, die auch für Bio-Lebensmittel zugelassen sind, gehören unter anderem E 170, E 296 und E 948. Ihre Verwendung ist nur dann gestattet, wenn sie als Hilfsstoff unentbehrlich sind, um das Produkt herzustellen oder haltbar zu machen. Der Einsatz von zusätzlichen Farbstoffen, Stabilisatoren, Süßstoffen und Geschmacksverstärkern ist grundsätzlich verboten. Lebensmittelzusatzstoffe werden also in Bio-Produkte per Gesetz in geringerem Maße eingesetzt als in sogenannten konventionellen Lebensmitteln.