Irgendwann kommt die Zeit, wo die Muttermilch nicht mehr das alleinige nonplusultra ist. Wann es so weit ist, weiß manchmal die Mutter und manchmal das Baby zuerst – oder beide spüren es zur gleichen Zeit.
Wann aufhören?
Im Idealfall kommen Mutter und Baby zeitgleich auf den Trichter, dass es mit der ausschließlichen Versorgung durch Muttermilch vorbei ist. Da das allerdings zwar wünschenswert, jedoch nicht ohne weiteres bestimmbar ist, sollten Sie sich nicht zu sehr auf einen bestimmten Zeitpunkt fixieren. Ob schließlich die Mutter mit sanftem Druck das Ende der eigentlichen Stillzeit einleitet oder der Impuls vom Kind selbst ausgeht – beides ist okay!
Besser nicht von heute auf morgen
Auch für das „wie“ Abstillens gibt es keine Pauschallösung. Es empfiehlt sich jedoch, keine unnötige Eile walten zu lassen. Weder für das Kind noch für den mütterlichen Körper sind ein plötzlicher Bruch und das abrupte Ende des Stillens besonders angenehm. Stattdessen ist ein bedächtiger Übergang zur Beikost sinnvoll. Nach und nach kann man je eine Milch- durch eine Breimahlzeit ersetzen. Dazwischen sollten Pausen von etwa drei bis vier Wochen eingehalten werden, damit die Umstellung für das Kind schonend verläuft. Ein erster Versuch kann gewagt werden, indem Sie dem Baby vor einer Stilleinheit einige Löffel Beikost anbieten. Anschließend kann sich das Kleine immer noch an der Brust gütlich tun und satt werden. Mit der Zeit können Sie das Quantum kontinuierlich steigern, bis Ihr Baby durch die Beikost gesättigt wird. Wenn im Anschluss nicht mehr die Brust angeboten wird, sollte das Kind zum Brei Wasser, Tee oder andere Flüssigkeit zu sich nehmen. Finden Sie mit uns raus was die besten Getränke für Kinder sind und wie viel Ihr Kind trinken sollte.
Der gemächliche Übergang tut übrigens auch der mütterlichen Brust gut. Zu den möglichen Problemen, die beim schnellen Abstillen auftreten können, gehören Milchstau, ein nicht nachlassender Milchfluss und die Ablehnung der Flasche durch das Baby. Dem Milchstau kann Abhilfe verschafft werden, indem die Brust, die nicht mehr leer getrunken wird, durch Abpumpen oder Ausstreichen erleichtert wird. Dabei sollte jedoch nur soviel abgepumpt werden, bis der Druck nachlässt. Dadurch beginnt die Brust, mit der Zeit immer weniger Milch zu produzieren. Auch das Kühlen der Brust – etwa mit Kühlpacks oder Quarkwickeln – mindert den Milchfluss. Um das Baby an die Flasche zu gewöhnen, sollte die Mama gegebenenfalls mal jemand anderen zur „Fütterung“ heranziehen. Warum nicht zum Beispiel den Papa? Das fremde Medium Flasche wird vom Säugling vielleicht eher akzeptiert, wenn es nicht von der Mutter angeboten wird, aus deren Brust doch bislang stets die Milch kam.
Zur sanften Unterstützung des Abstillens bieten sich beispielsweise Pfefferminz- oder Salbeitee an, die wegen ihrer hemmenden Wirkung auf die Milchproduktion von Müttern während der Hauptstillsaison tunlichst gemieden werden. Zwei bis vier Tassen am Tag leisten nun einen Beitrag zum Erreichen des neuen Ziels.
Eine homöophatische Variante lässt sich mittels sogenannter Phytolacca-Kügelchen anwenden.
Milch weiterhin gefragt
Auch nach dem Abstillen muss der hohe Kalziumbedarf des Kindes gestillt werden. Daher ist in den ersten zwölf Lebensmonaten die passende Säuglingsnahrung für die gebrauchten zwei bis drei täglichen Milchmahlzeiten (Minimum!) notwendig. Auch danach benötigen Kleinkinder noch etwa 400 ml Milch oder Milchprodukte am Tag.





